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Mittwoch, 24. Dezember 2014

Joy to the world - oder wie ich Weihnachten erlebe

Das Jahr neigt sich dem Ende zu & ich muss sagen, dass das Leben trotz einiger krasser Tiefpunkte doch sehr gnädig zu mir war.


Ich bin dankbar, dass ich das Pub nicht nur meine zweite Heimat nennen kann, sondern dort auch so etwas wie meine zweite Familie gefunden habe. Menschen, die die Liebe zur Musik mit mir teilen & denen es genauso viel Freude schenkt ein paar Stunden zusammen zu verbringen.
Ich fühle mich so unendlich gesegnet, da ich so lange nach dieser Art von gathering und dem spirit der diesen innewohnt gesucht habe. Sie sind mein persönliches Weihnachtswunder.

Meiner einer muss "leider" die Feiertage über in der Klinik arbeiten, aber das macht mir gar nicht so viel aus, denn ich kann den Patienten ein bisschen Weihnachtszauber bringen & Weihnachtslieder für sie singen oder mit meinem Rentierhaarreif bei der Essensausgabe für ein Lächeln in ihrem Gesicht sorgen...Viele von ihnen wären eigentlich allein daheim, wenn sie nicht im Krankenhaus wären, deswegen hat es auch etwas tröstliches, wenn jemand bei ihnen ist und diese besonderen Tage mit ihnen verbringt.

Und was die bombastisch guten Gutzles (schwäbisch für Plätzchen) angeht, da kriegen wir Pfleger auch viele geschenkt, sodass ich eher darauf achten muss nicht zu viele zu essen, damit ich nicht nach Hause rollen muss...Wenn man das Positive an einer Situation sucht, dann findet man es auch ;)

Ich wünsche euch alles Liebe & besinnliche Tage - am besten im Kreis der Liebsten.

Und was meine Wohnungsdekoration angeht kann ich nur sagen:
Früher war mehr Lametta! 

- Grace

Sonntag, 21. Dezember 2014

[SoS] Sounds of Sunday: Robyn

So, damit die Frauenquote erfüllt wird, schreibe ich heute ein wenig über eine meiner Lieblingsschwedinnen: Robyn. Diese Frau ist ein Multitalent und hat mir durch so manche schwere Stunde geholfen oder meine schönen Momente schöner gemacht.

Neben ihrem J-Style Lied "konichiwa bitches" hat sie auch normalen Electro-Pop ("dancing on my own" & "hang with me") und auch traurige Lieder auf Lager - wie z.B. die acoustic Version von "be mine", die das ganze Lied noch einen Zacken melancholischer macht. Ihr abgedrehtes gender-bender Video zu ihrem track "U should know better" featuring Snoop Dogg kann sich auch mehr als sehen lassen. 
Zum Schluss noch ein throwback track: "You've got that somethin'" - enjoy! 


Das Talent sich von der Musikindustrie nicht klein kriegen zu lassen & sich immer wieder neu zu erfinden hat sie sich wohl von ihren Eltern abgeschaut - ihres Zeichens beide Schauspieler. 

Was ich noch sehr an ihr schätze ist ihr exzentrischer Kleidungsstil. Natürlich rennt sie nicht immer avantgardistisch rum, sondern auch wie auf diesem Bild wie das hippe schwedische Girl von nebenan.
Sie ist eine meiner Lieblingskünstlerinnen und ein Grund, warum ich mir meine geliebte Haarpracht kürzer hab schneiden lassen. Zwar bin ich noch Welten von ihrer Frisur entfernt, aber wenn mich der Mut mal packen sollte, dann wird meine Frisur eine Hommage an sie. Und das will was heißen, denn eigentlich liebe ich meine Haare lang.

Abgesehen davon finde ich es bewundernswert, dass sie sich aufgrund von Erschöpfung zwar zurück zog, aber dann stärker denn je zurückkehrte. Sie haute eine Single nach der anderen raus, arbeitete mit Musikgrößen und ganz nebenbei gründete sie 2005 ihr eigenes Label "Konichiwa" - nicht aber, um andere Musiker unter Vertrag zu nehmen, da ihr der Gedanke Label-Boss zu spielen nicht gefiel. Ich hab einen heiden Respekt davor ein Label mit dieser Grenzsetzung zu gründen und zu führen. Man hat zwar alle Freiheiten, aber auch einen Haufen Druck, wenn man nur sich selbst vertritt. 

Ich werde mit Begeisterung weiter verfolgen, was dieses Powerweib so aus dem Hut zaubert und hoffe einen von euch eventuell mit meiner Begeisterung angesteckt zu haben.


Coming with the postman like I'm a mailbomb.

- Grace 


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Wiegenfest - oder das subjektive Wahrnehmen des Alters

Dieses Jahr habe ich beschlossen in meinen Geburtstag reinzufeiern. Ich hab (wie jedes Jahr) ziemlich ungünstig Geburtstag, weil alle Menschen mit Weihnachten, Silvester und der Arbeit beschäftigt sind. Jedoch freue ich mich über jeden einzelnen, der mir ein bisschen von seiner Zeit schenkt und mit mir feiert oder bei mir vorbei schaut.

Gedacht. Getan. Und wo? Na ja, meine alte Wohnung ist zu klein. Meine Neue ist zu weit weg und noch nicht fertig eingerichtet...Natürlich hab ich mich deswegen für meine zweite Heimat entschieden - dem Pub. Dort durfte ich aufgrund von Vitamin B zum Besitzer auch meinen Kuchen und ein paar andere Leckereien  mitbringen - yeah!

Natürlich war auch die "pub crew" am Start und wir haben wie jeden Dienstag das Pub mit Musik gefüllt - inklusive einem süßen Ständchen um Mitternacht für mich. So Ständchen freuen mich wirklich, aber irgendwie bin ich anscheinend so bescheiden, dass mir das peinlich ist...Oder wie auch immer man das sonst nennen kann.

Als es dann an die Bescherung ging haben ein paar meiner Freunde wohl an meinem Verstand gezweifelt, weil ich mich dermaßen über die Verpackung gefreut habe - und dachte, dass das das Geschenk sei. Mit dem Hinweis und der Frage ob ich bescheuert bin, wurde ich gebeten die Box zu öffnen. Meine Fresse...sie haben alle zusammengelegt & mir einen Haufen Schotter geschenkt. In dem Moment war ich sprachlos und fange auch jetzt erst an das richtig zu realisieren. Ich war so schon dankbar, dass sie mir ein bisschen ihrer Zeit geschenkt haben, aber das hab ich wirklich nicht erwartet. Das Geld wird in meinen Führerschein investiert. So wird mich dieser Liebesausdruck mein ganzes Leben lang begleiten. Es wurde gelacht, sich ausgetauscht und ziemlich viel gesungen. Alles in allem, fühle ich mich wirklich gesegnet. Ich empfinde so viel Liebe für diese Menschen, dass es mir aus jeder Pore kommt...Klingt komisch, ist aber so ;)

Am Ende der Feier haben sich der Rest von uns auf die Suche nach einem offenen Dönerstand gemacht - und nicht gefunden. Das ist der Nachteil, wenn man bis in die Puppen feiert. Zu faul (= kraftlos ohne Nahrung) heim zu laufen, haben wir uns dann ein Taxi geteilt. Auf dem Weg zu den Taxiständen war ich, durch Ermunterung meiner Freundin, so frei mir 3 kleine Zweige von einem rießem Tannenbaum mitzunehmen - und das wäre dann mein impromptu minimal Weihnachtsschmuck.

In einer Mail von heute wurde ich gefragt, wie "jung" ich geworden bin - oder ob man inzwischen fragt, wie "alt". Gute Frage. Standard ist ja zu fragen, wie "alt" man ist, aber im Endeffekt husten mir die meisten was, wenn ich behaupte, dass ich mich alt fühle. So auch im Pub. Ich saß bei der "pub crew" und zwischen den Liedern haben wir über das Altern an sich gesprochen. Die meisten meinten, dass ich von meinem Wesen her zwar älter scheine, als ich bin, aber wenn ich gesagt habe, dass ich mich auch so fühle, da mussten die meisten nur schmunzeln - weil sie ein paar viele Ecken älter sind als ich. Ob ich irgendwann eine Antwort auf dieses Mysterium finde bezweifel ich zwar, aber im Endeffekt kommt es darauf ja nicht an.

Puh, das ist bis jetzt bestimmt mein längster post & ich hoffe, dass ich euch damit nicht gelangweilt habe. Ich hatte einfach das Bedürfnis mich mitzuteilen und eventuell euch dazu gebracht zu haben, darüber nachzudenken, für was ihr alles dankbar seid.

Wer Lust und Muse hat, der kann mir ja in einem comment sagen, wofür ihr dankbar seid.



I am thankful for nights that turned into mornings, friends that turned into family, and dreams that turned into reality.

- Grace

Montag, 15. Dezember 2014

[SoS] Sounds of Sunday: Hozier

Vorab mal ein großes SORRY, dass ich mich verspätet habe - den Titel habe ich aber gelassen, da dieser post trotz allem zu meiner sonntäglichen Serie gehört. Ich hoffe jedoch, dass ihr einen schönen Advent verlebt habt.

Nun sind wir schon wieder bei den Iren angekommen, aber nicht absichtlich - ich schwör's!

Hozier, teilt sich mit mir den Geburstag und das Jahr - nur was den Monat angeht hat er mir ein paar voraus. Daher wohl auch der Vorsprung in Sachen göttliches Haar...(ಠ_ಠ)

Als passionierter Musikliebhaber hab ich das Experiment das Finale von The Voice of Germany anzusehen gewagt - und liebe Leut', ich hab das nicht nur wegen Ginger Jesus und Hozier gemacht...Ich war aber unter anderem sehr begeistert von seinem Auftritt mit der Gewinnerin Charley Ann Schmutzler. Schöne Sache. Zieht's euch rein: Duett ♡

Vor allem mit dem Video zu take me to church bombardierte er sich in mein Herz.

“To me, it’s not even a gay issue or a civil rights issue, it’s a human rights issue, and it should offend us all. It’s just simple. Either somebody has equal rights, or they don’t. and certainly in the Irish constitution, marriage is genderless. There’s no mention of a man and a woman. I didn’t even have that many close LGBT friends or anything like that, but I suppose it was growing up and becoming aware of how you are in a cultural landscape that is blatantly homophobic… you turn around and say ‘why did I grow up in a homophobic place? Why did I grow up in a misogynistic place?’ You grow up and recognise that in an educated secular society, there’s no excuse for ignorance. you have to recognise in yourself, and challenge yourself, that if you see racism or homophobia or misogyny in a secular society, as a member of that society, you should challenge it. You owe it to the betterment of society.”

Ich will diesen Auszug aus einem Interview nicht mal übesetzen, so schön ist er. Wer es dennoch braucht, wende sich bitte an den Google Übersetzer. Ich für meinen Teil, bin sehr froh darüber, dass er nicht Medizin studierte - auch wenn er schlau genug dafür wäre. Wer auch immer ihn davon abbrachte verdient einen Orden!

So meine Lieben, ich kann wie immer nicht viel sagen, außer, dass ich hellauf begeistert bin und es sich wirklich lohnt mal in sein Album reinzuhören. Der Blues zieht sich durch seine Musik und das ist kein Wunder, da er doch Sohn eines Bluesmusikers ist. Die Lyrics der einzelnen Lieder sind dementsprechend vom Blues geprägt, das heißt, dass sie sehr emotionsschwanger und sinnlich sind. In einem aktuellen Interview habe ich gelesen, dass er und seine Crew sich gelegentlich lustig darüber machen, wie zweideutig seine Texte doch sind - und wie schnell man selbst versucht ist mit dieser Oberflächlichkeit an das Deuten der Texte heranzugehen.

Fernab der Lyrics gibt es noch die interessanten cover artworks zu seinen CD's, die von seiner Mutter gemalt wurden, denn es reicht ja nicht einen Musiker als Vater zu haben - nein, nein - der gute Andrew ist auch mit einer Künstlermutter gesegnet. Und sein Bruder arbeitet in der Flimmerkastenindustrie. Schwein muss man haben oder wie in seinem Fall anscheinend magische Gene.

Fun fact: Hozier las, während er die Lyrics für seine Lieder schrieb, das Buch "a portrait of the artist as a young man" von James Joyce. Welch passende Wahl. Dieses herrliche Buch handelt vom sexuellen Erwachen, religiöser Rebellion und der essentiellen Suche nach der inneren Stimme - also von allem, mit dem man im Laufe seines Lebens konfrontiert wird, um schlussendlich eine "differenzierte" Persönlichkeit zu werden. Neben dem Album ist dieses Buch auch ein sehr schönes Schmankerl - kann ich nur empfehlen. Am besten in Englisch lesen, wenn man dessen mächtig ist!


I slithered here from Eden, just to sit outside your door.

- Grace







Sonntag, 7. Dezember 2014

[SoS] Sounds of Sunday: You + Me

Als Teilzeit-Kanadierin bin ich genauso versessen auf kanadische Musik, wie ich auf irische fixiert bin. Und diesen Sonntag möchte ich euch einen meiner Lieblingskanadier ans Herz legen, der mit einer weiteren Stimmgewalt das Duo "You+Me" gegründet hat.

Vielen von euch wird der Name Dallas Green nicht viel sagen, aber bei Alexisonfire ist das bestimmt was anderes - da fällt der Groschen schnell. Nachdem er bei ihnen beschlossen hat eine Pause einzulegen verfolgte er unter dem passenden Alias City & Colour seine Solo Karriere, die ihn endgültig in mein Herz katapultiert hat. Der andere Teil dieses Duos wäre Madame Moore - den meisten eher als Pink bekannt. Ihre Stimmfarbe, ihr Stimmumfang und auch der soul der ihre Musik prägt kommt - meiner Meinung nach - in der coutryesquen Musik der beiden perfekt zur Geltung.

Die Gitarre als schlichte Begleitung mit nur wenig Tamm-Tamm drum rum macht ihre Musik so greifbar und leicht zugänglich. Man kann sich durch die schlichten Arrangements gut auf die Lyrics konzentrieren, womit man sich bei mir immer einen dicken Pluspunkt verdient hat. 

Das Album "roseave." wurde schon im Oktober veröffentlicht, aber ich musste es bei diesen wunderbaren Menschen erst länger auf mich wirken lassen, bevor ich meinen Senf dazu ablassen wollte. Auch nach Monaten bin ich immernoch hellauf begeistert. Ich habe mir überlegt, ob ich euch meinen Lieblingstrack hier verlinken soll, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden - deswegen habe ich hier den link zu ihrem YT/Vevo Kanal:  https://www.youtube.com/user/YouplusmeVEVO - viel Vergnügen beim lauschen und ansehen, da auch ihre Videos eindeutig sehenswert sind!

Ihre Musik lässt meinen Herzenswunsch nach einem männlichen Duett-Partner nur noch größer werden...Solang ich auf diesen Mann warte, schmachte ich weiter zu deren Musik und erfreue mich an meiner passionierten Begleitung im Pub :)


No I wouldn't mind going gently into the night.

- Grace